Instrumentenaufbearbeitung

Jedes Medizinprodukt ist nach jeder Anwendung, entsprechend seiner Einstufung und Risikobewertung, mit einem geigneten Verfahren aufzubereiten. Herstellerangaben und Maßnahmen zum Arbeitsschutz (Handschuhe, Schutzbrille/Gesichtsschutz, Spritzschutz, Schutzkleidung) müssen bei der gesamten Instrumentenaubereitung unbedingt beachtet werden.

Vorbereitung zur Desinfektion

Instrumente sollten möglichst sofort nach Gebrauch desinfiziert und gereinigt werden, so vermeidet man das Antrocknen von Verunreinigungen. Grobverschmutzung mit einem Desinfektionstuch entfernen. Trocken, im geschlossenen Behälter (unrein) aufbewahren (bis zu 6 Std.).

Desinfizierende Reinigung / Abspülen/Trocknen

Die zur Instrumentendesinfektion und –reinigung verwendeten Lösungen (kombinierte Desinfektions- und Reinigungsmittel sind die Herstellerangaben über Einwirkzeit und Konzentration zu beachten. VAH-gelistet, nicht proteinfixierend. Instrumente gründlich mit Wasser abspülen und sorgfältig trocknen. Reinigungsuntensilien sind mind. arbeitstäglich zu reinigen und zu desinfizieren.

Wichtig: Nach der Entnahme der Instrumente aus der Nassdesinfektion müssen diese sorgfältig getrocknet werden. Wer kann, sollte Druckluft zum Trockenblasen der Instrumente verwenden. So bleibt beispielsweise hinter den Federn und in den Gelenken der Zangen keine Restfeuchtigkeit.

Prüfung auf Sauberkeit und Unversehrtheit

Visuelle Überprüfung auf Sauberkeit, Unversehrtheit und Funktionsfähigkeit der Instrumente ggf. mittels Leuchtlupe (3 – 6 Dptr.). Entfernung von festgestellten Verunreinigungen.

Abschließende Desinfektion oder Sterilisation

Die Risikobewertung und Einstufung der Medizinprodukte bestimmt die Aufbereitung.

Ultraschallreinigung

Zur Reinigung im Ultraschallbad müssen Instrumente geöffnet gelagert werden. Um ein gutes Reinigungsergebnis zu erzielen, sollte eine Temperatur von mindestens 50° bis 70° Celsius im Ultraschallbad gegeben sein. Grundsätzlich müssen ultraschallgereinigte Instrumente anschließend einer intensiven Spülung mit klarem, entsalztem Wasser, besser mit destilliertem Wasser unterzogen werden. Nach dem Spülen sorgfältig die Instrumente trocknen!

Heißluftsterilisation

(Herstellerangaben beachten). Damit lassen sich Nachteile für die Instrumente beispielsweise durch Überschreitung der Soll-Temperatur von 180°C vermeiden. Je nach Beladung dauert die Behandlung 60 Min. Bei Temperaturüberschreitung droht eine Enthärtung des Stahls.

Autoklav-Dampfsterilisation

Beim Einsatz von Dampfsterilisation sollte man darauf achten, dass der Sterilisationsdampf frei von Verunreinigungen ist. Der Dampf für Sterilisationszwecke muss DIN 58 946 entsprechen. Verunreinigungen der Dampfqualität, wie durch Öl, Chemikalien, Metallspäne oder Rost können zu Folgeschäden an den Instrumenten führen. Die empfohlene Temperatur sollte nach Herstellerangabe exakt befolgt werden. In der Regel dürfte sie bei 134° Celsius liegen. Behandlungszeit: 5 Minuten. Verpackte Sterilisation im Autoklaven bei 134° Celsius für 5 Min entspricht: Sterile Behandlung.

Pflege, Instandsetzung und Funktionsprüfung

Unter Pflege ist das Aufbringen von Gleitmitteln zu verstehen. Wir empfehlen Pflegeöl (silikonhaltiges Öl) an allen Gelenken und beweglichen Teilen. Das Öl wirkt zusätzlich zu seinen Schmiereigenschaften wasserabstoßend, falls noch Reste von Feuchtigkeit vorhanden sind. Alle Instrumente einer Funktionsprüfung unterziehen, beschädigte umgehend aussortieren und ggf. zur Reparatur geben.

Dokumentation der Aufbereitung

Die erfolgte Durchführung der Aufbereitung muss erkennbar sein, Dokumentation des gesamten Aufbereitungsablaufs durch ein Hygienehandbuch oder einen Hygieneplan.

Lagerung

Instrumente trocken und staubgeschützt lagern, möglichst in geschlossenen Ablage- oder Lagerungssystemen. Regelmäßige Lagerkontrollen (First In – First Out) Lagerort reinigen/ desinfizieren.

Hinweise zur Medizinproduktaufbereitung

Die Rechtsgrundlage für die Aufbereitung von Medizinprodukten ist das Medizinproduktegesetz und die Medizinproduktebetreiberverordnung. Der Betreiber ist verpflichtet, alle Schritte der Aufbereitung zu regeln, die Aufbereitungsverfahren und –bedingungen festzulegen, deren erfolgreiche Durchführung zu kontrollieren und den gesamten Ablauf im Hygieneplan schriftlich zu dokumentieren. Durch den Hersteller ist sichergestellt, dass das aufgeführte Verfahren zur Aufbereitung der Alfred Hermann Instrumente geeignet ist. Der Betreiber ist für die tatsächliche Wiederaufbereitung bezüglich Ausstattung, Materialien und Personal selbst verantwortlich. Zusätzlich sind Validierungen und Routineüberwachungen des Ablaufs erforderlich. Diese Herstellerinformation gilt für alle von Alfred Hermann gelieferten Instrumente.